Bildung für Nachhaltige Entwicklung

 

Wie werden die Menschen leben, die in 25, 50 oder 100 Jahren geboren werden? Werden sie eine Chance auf ein erfülltes Leben haben? Können heute Menschen in Würde leben? Bei uns und in anderen Ländern? Wie müssen wir unsere Umwelt gestalten, damit zukünftige Generationen durch uns nicht eingeschränkt werden? Wie müssen wir wirtschaften, damit die Welt gerechter wird?

Schon 1992 befassten sich 179 Staaten auf der Konferenz der Vereinigten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio mit diesen Fragen und verabschiedeten die Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung. Nachhaltigkeit besagt, dass eine ökologisch, ökonomisch und sozial ausgewogene Entwicklung allen Menschen zugute kommt, jetzt und in der Zukunft.

Nachhaltigkeit gehört zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Dies wurde im Jahr 2002 auf der großen Nachfolgekonferenz in Johannesburg bestätigt. Dort wurde die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014" angeregt, die dann in der UN-Vollversammlung von allen Staaten der Welt einschließlich Deutschland beschlossen wurde. Der Bundestag verabschiedete einstimmig einen Nationalen Aktionsplan.

Unter Federführung der Deutschen Unesco-Kommission soll in den nächsten Jahren das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung verankert werden. Dazu sollen Aktivitäten weiterentwickelt und gebündelt werden. Akteure sollen vernetzt und die öffentliche Wahrnehmung von Bildung für nachhaltige Entwicklung soll verbessert werden. Verstärkt werden soll auch die internationale Kooperation.

Projekte, die vor Ort Bildung für nachhaltige Entwicklung innovativ umsetzen, haben die Möglichkeit, sich beim Nationalkomitee als Offizielles Projekt der UN-Dekade anerkennen zu lassen. (www.dekade.org)

Nachhaltige Entwicklung betrifft Einstellungen und Verhaltensweisen und lässt sich nicht nur als eine "von oben" vorgegebene Strategie, sondern nur unter Beteiligung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger verwirklichen. Dem Einzelnen sollen Wissen und Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben werden, die es ihm ermöglichen, aktiv, eigenverantwortlich und gemeinsam mit anderen seine Umwelt und Zukunft zu gestalten.
Diese "Gestaltungskompetenz" betrifft Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene in einem lebenslangen Lernen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fähigkeiten:

 

  1. vorausschauend denken können

  2. weltoffen und neuen Perspektiven zugänglich sein

  3. interdisziplinär denken und agieren können

  4. partizipieren können

  5. an der Nachhaltigkeit orientiert planen und agieren können

  6. Empathie, Engagement, Solidarität zeigen können

  7. sich und andere motivieren können

  8. individuelle und kulturelle Leitbilder reflektieren können